Sprachkonzept
Konzept zur Neugestaltung des Sprachunterrichtes in der Oberstufe der Freien Waldorfschule in Essen, Rudolf-Steiner-SchulePrämisse:
Wir halten es für wichtig, im Bereich der Fremdsprachen ein möglichst breites Fächerangebot aufrecht zu erhalten, da dadurch
- 1. die allgemeine Fähigkeit des Spracherwerbs unserer Schülerinnen und Schüler gefördert wird,
- 2. eine Wahlmöglichkeit zwischen verschiedenen Sprachen gewährleistet wird,
- 3. unser Schulprofil innerhalb der Waldorfschulen in unserer näheren Umgebung gestärkt werden kann, bzw. sich von den Nachbarschulen abheben kann (Alleinstellungsmerkmal).
Basisvereinbarungen:
Neben dem obligatorischen Erlernen der englischen Sprache haben wir uns weiterhin für Russisch als 2. Fremdsprache entschieden. Dabei schien uns, dass im Sinne des Erwerbs allgemeiner Sprach-Fähigkeiten menschenkundliche Aspekte (z.B. die Formung des Kehlkopfes und die Erweiterung des Hörvermögens durch die Verschiedenartigkeit und Vielfältigkeit der Laute, sowie die Erweiterung des Denkvermögens durch die Andersartigkeit von Grammatik und Sprachstruktur) höher zu bewerten seien als die Alltagstauglichkeit der Sprache. Zudem haben wir uns bewusst zum Gründungsimpuls der Schule bekannt und das gleichzeitige Erlernen einer westlichen und einer östlichen Sprache als hilfreich für das Verständnis unterschiedlicher Kulturen betrachtet.
Wir möchten erreichen, dass die Schüler in der 9. und 10. Klasse einerseits Russisch weiter erlernen, andererseits aber auch eine 3. Fremdsprache ausprobieren können und treten dafür ein, ihnen – je nach Belastbarkeit – sogar das Belegen von drei Fremdsprachen in der 9. und 10. Klasse zu ermöglichen.
Es ist uns wichtig, dass die am Anfang der 9. Klasse gewählte Sprachenkombination bis zum Ende der 10. Klasse beibehalten wird, damit der Unterricht in allen Fächern mit einer verlässlichen Gruppengröße stattfinden kann.
Darüber hinaus wünschen wir uns für unsere Schüler, dass ab der 11. Klasse eine 4. Fremdsprache eingerichtet wird, die allerdings unabhängig vom Schulhaushalt finanziert werden muss.
Durch die spät einsetzende Fremdsprache wird zum einen ermöglicht, dass Schüler, die in der 9. und 10. Klasse aus der Mehrsprachigkeit „ausgestiegen“ sind, in der 11. Klasse erneut eine 2. Fremdsprache erlernen und damit den Weg ins Abitur gehen können. Zum anderen können Schüler, die für sich am Ende der 10. Klasse feststellen, mit der Sprachenwahl in der 9. Klasse einen für sie ungünstigen Weg eingeschlagen zu haben, zu Beginn der 11. Klasse eine Neuorientierung vornehmen.
Diese neu einsetzende 4. Fremdsprache muss mit einem Stundenvolumen von 4 Schülerstunden pro Schuljahr unterrichtet werden.
Zusammenfassung der Basisvereinbarungen:
- 1. Die Wahlmöglichkeit zwischen 3 Sprachen soll an der Schule erhalten bleiben
- 2. Russisch bleibt 2. Fremdsprache
- 3. Die parallele Dreisprachigkeit ist in den Klassen 9 und 10 möglich, in diesen Schuljahren gibt es ein Parallelangebot zu den Sprachen
- 4. Die in der 9. Klasse gewählte 2. und/oder 3. Fremdsprache kann frühestens nach der 10. Klasse abgewählt werden
- 5. Eine spät (ab Kl. 11) einsetzende 4. Fremdsprache soll eingerichtet werden, sofern eine vom Schulhaushalt unabhängige Finanzierung sichergestellt werden kann.
Gedanken zur Realisierung:
Mit Blick auf die angespannte Haushaltslage schlagen wir vor
- den Russischunterricht in Klasse 8 auszusetzen (das erscheint aufgrund der biographischen Situation der Kinder und des ohnehin durch Klassenspiel und Abschlussfahrt stark reduzierten Stundenvolumens vertretbar) und gleichzeitig das Konzept für die Klassen 1-7 so zu verändern, dass diese Unterbrechung ermöglicht wird,
- in der 9. und 10. Klasse die Stunden von Russisch und Latein um je eine zu reduzieren (dadurch müsste auch das Parallelangebot für die Ein- und Zweisprachler nur in diesem Umfang unterrichtet werden) dafür aber die Anzahl der Stunden (Russ./Lat.) in der 11. Klasse um je eine zu erhöhen. Die dadurch entstehende Kürzung von einer Wochenstunde je Sprache bis zum Abitur müsste dabei in Kauf genommen werden,
- die parallele Dreisprachigkeit Englisch/Russisch/Latein nur bis zum Ende der 10. Klasse zu ermöglichen. Ab der 11. Klasse kann die Dreisprachigkeit allenfalls mit Russisch/4. Fremdsprache, bzw. Latein/4. Fremdsprache aufrecht erhalten werden,
- die gewünschte 4. Fremdsprache muss außerhalb des normalen Stundenplans unterrichtet und zu 100 % frei finanziert werden, da die erforderlichen Mittel im Schulhaushalt nicht bereitgestellt werden können. Der Stiftung Waldorfpädagogik soll ein Antrag auf Unterstützung vorgelegt werden. Weitere Möglichkeiten zur Fremdfinanzierung sollen überprüft werden.
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Klasse
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Englisch | Russisch | Latein | 4. Fremdsprache | W-12 | |||||
| 8 | 3 | - | - | - | ||||||
| 9 | 3 | 2 | 2 | - | 4 (z. B. KuKu/Engl. II) | |||||
| 10 | 3 | 2 | 2 | - | 4 (z. B. KuKu/Engl. II) | |||||
| 11 | 3 | 3 | 3 | 4 | 3 | |||||
| 12 | 3 GK, 5 LK | 4 | 4 | 4 | variabel (finanziert über 3 Deputatsstunden) | |||||
| 13 | 3 GK, 5 LK | 4 | 4 | 4 |
Situation im kommenden Schuljahr:
Auf der Basis der oben genannten Ergebnisse stellt sich die Situation im kommenden Schuljahr (2011/2012) wie folgt dar:
| 11. Klasse (jetzige 10): | Sprachenwahl entweder E/Rus oder E/Latein Parallelangebot zum Sprachunterricht |
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| 10. Klasse (jetzige 9): | Parallele Dreisprachigkeit bis Schuljahresende, danach Zweisprachigkeit bis zum Abitur, Parallelangebot zum Sprachunterricht | |
| 9. Klasse (jetzige 8): | Verbindliche Sprachenwahl zu Schuljahresbeginn, diese behält bis zum 10. Schuljahr Gültigkeit Parallelangebot zum Sprachunterricht, reduzierte Stundenzahl in Russisch/Latein Ab 2013/14: 4. Fremdsprache außerhalb des normalen Stundenplans, z. B. am Nachmittag |
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| 8. Klasse (jetzige 7) | Russisch setzt in der 8. Klasse aus |
Weitere Informationen zu dem Fremdsprachenunterricht in der Rudolf-Steiner-Schule finden Sie hier


