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Feldmessen oder: Vom Umgang mit Grenzen

Feldmessen2Wer in eine unbekannte Gegend kommt, erlebt dieses merkwürdige Gefühl: Einerseits die freudige Aufregung etwas Neues kennenzulernen, andererseits das leichte Unbehagen der Orientierungslosigkeit. Der Blick sucht nach Anhaltspunkten im Gelände, zum Beispiel Hügeln, markanten Bäumen, Straßenzügen, Bauwerken, um das Unbekannte schrittweise zu erschließen. Im umherschweifenden Betrachten bildet sich der Neuling schließlich eine Art eigene innere Karte der Landschaft. Er weiß dann, was wo ist, bewegt sich sicher und zielgerichtet durch das Terrain und schöpft Vertrauen zu seiner Umwelt.
HDie Schüler der 10. Klassen der Rudolf-Steiner- und 11. Klassen der Parzivalschule haben die Gelegenheit, diesen – auf den ersten Blick ziemlich banalen – Vorgang im Rahmen des Feldmesspraktikums intensiv auszukosten. Die unerlässliche Frage angesichts eines neuen Unterrichtsfachs „Wozu brauchen wir das?“ ließe sich leicht mit einigen – ebenso naheliegenden – Hinweisen beantworten. So kann das Erstellen von Landkarten als zentrale Kulturtechnik gekennzeichnet werden, ohne die unsere moderne Infrastruktur nicht möglich wäre. Ferner ist das Feldmessen ein Paradebeispiel für hautnah erlebbare praktische Mathematik. Und endlich kann das angezielte Ergebnis einer „echten“ Landkarte nicht ohne die heute unablässig geforderte Schlüsselqualifikation der Teamfähigkeit erreicht werden.